23.-25.9.2022: Bodensee-Sesshin mit Guy Mokuho Mercier

Vom 23.-25. September 2022 findet das alljährliche Bodensee-Sesshin statt. Dieses Jahr wird es geleitet von Guy Mokuho Mercier, einem nahen Schüler von Meister Deshimaru.

Jedes Jahr im Spätsommer findet in der Wartburg das Bodensee-Sesshin statt, welches von den Zen-Dojos der Deutschschweiz und der Bodensee-Region gemeinsam durchgeführt wird. An diesem Sesshin gibt es die Möglichkeit, mit der grösseren Zen-Gemeinschaft, mit Anfängern, erfahrenen Mönchen und Nonnen gemeinsam zweieinhalb Tage zu praktizieren. Geleitet wird das Zen-Sesshin in der Regel von alten Schülern von Meister Deshimaru oder von erfahrenen Mönchen oder Nonnen aus der Deshimaru-Sangha. Dieses Jahr wird das Bodensee-Sesshin von Guy Mokuho Mercier geleitet, der ein naher Schüler von Meister Deshimaru war, welcher 1967 nach Europa kam.

Ankunftstag ist am Donnerstag Abend, 22. September um ca. 19/20 Uhr, das Abendessen ist um 20.30 Uhr. Das Sesshin endet am Sonntag nach dem Mittagessen und dem anschliessenden Aufräumen, ca. um 14/15 Uhr.

Wer ist Guy Mokuho Mercier?

Guy Mercier beagnn 1973 mit Meister Deshimaru zu praktizieren, von dem er 1976 die Mönchsordination empfing. Als naher Schüler war er massgeblich an der Verbreitung des Zen in Europa beteiligt. So half er unter anderem beim Aufbau des Zentempels La Gendronnière in der Nähe von Blois mit, welchen er nach dem Tod von Meister Deshimaru auch von 1991 bis 1997 als Verantwortlicher leitete. In diesem Tempel finden bis heute jedes Jahr diverse Sesshins und im Juli und August die Sommer-Übungsperioden der grossen Deshimaru-Sangha statt.

2012 kaufte Guy Mercier mit seiner Sangha ein ehemaliges Ferienzentrum in der Auvergne in Frankreich und baute dieses zum Zenzentrum Lanau um, wo er heute wohnt und unterrichtet. Guy Mokuho Mercier erhielt 2008 die Übermittlung vom japanischen Meister Sojun Matsuno Roshi und leitet Sesshins und Zazentage in Frankreich, Spanien, England und der Schweiz.

Guy Mokuho Mercier (Quelle: www.tenborin.org)

Was ist ein Sesshin?

Sesshin heisst so viel wie Versammlung oder Konzentration des Geistes und ist eine intensive Zeit konzentrierter Zen-Meditation unter Anleitung eines erfahrenen Meisters. Das Programm eines Sesshins besteht in der Regel aus vier mal zwei Zazenperioden à je 35-40 Minuten pro Tag. Zwischen den einzelenen Perioden gibt es eine konzentrierte Gehmeditation, Kinhin genannt. Nach dem Zazen am Morgen gibt es eine Zeremonie, in der japanische Sutren gesungen werden, in der Regel das Herzsutra und je nach dem auch noch andere. Texte der wichtigsten Sutras inkl. Übersetzung gibt es auf unserer Website zum Nachlesen.

Während einem Sesshin gibt es meistens auch Gelegenheit, in einem Mondo, dem Meister Fragen zu stellen. Mahlzeiten werden in ritueller Form mit der Schale gemeinsam und in Stille eingenommen. Alle täglichen Arbeiten (Samu) wie Abwasch, Putzen, Küche, etc. werden konzentriert verrichtet.

Zu einem Sesshin sind alle herzlich eingeladen, unabhängig von ihrer Praxis: Anfänger ebenso wie erfahrene Mönche und Nonnen. Für Anfänger gibt es an einem Sesshin jeweils eine verantwortliche Person, die sich um deren Bedürfnisse kümmert.

Der Preis für ein 2-4-Bettzimmer beträgt CHF 180.-. Anmelden kann man sich unter bodenseesesshin@gmail.com.

Gruppenfoto des Bodensee-Sesshins 2016 mit Guy Mercier

12. September 2022: Zen-Vortrag mit Muho Nölke, dem neunten Abt von Antaiji, Japan

«Ich weiß nicht, ob das Leben einen Sinn hat oder nicht. Aber allein die Tatsache, dass ich hier jetzt sitze und ein- und ausatmen kann, ist wundervoll.»

Muho Nölke Roshi war bis vor zwei Jahren Vorsteher des Zentempels Antaiji in Japan. In seinem Vortrag «Zazen oder der Weg zum Glück» erzählt er von seinen Erfahrungen als Praktizierender des Zen. Er schildert seine Beweggründe für den Aufbruch nach Japan auf der Suche nach der Erleuchtung. Und er spricht auch über das Glück, sie nicht mehr finden zu müssen.

Muho Nölke nähert sich auf sehr pragmatische Weise der Zen-Praxis: Wo andere philosophieren, da kann er erzählen. Seine Erlebnisse, aber auch die buddhistische Philosophie – all das präsentiert er mit der Haltung eines wohlwollenden Erzählers; leicht, flüssig und pointiert, gespickt mit konkreten Anekdoten und anschaulichen Bildern und immer im Dialog mit dem Publikum.

Muho wurde 1968 in Berlin geboren und studierte Japanologie, Philosophie und Physik. Er hatte schon früh den Wunsch, als Zenmönch in Japan zu leben. Nach dem Studium trat er mit 25 Jahren in den Tempel Antaiji ein, wo er zum Mönch ordiniert wurde. Der kleine Tempel in den Bergen Japans ist bekannt für seine harte und authentische Zenpraxis. Nach dem Tod seines Meisters, wurde Muho mit 34 Jahren zu dessen Nachfolger und neuntem Abt des Tempels berufen. Diesen leitete er von 2002 bis 2020.

Muho hat mehrere Bücher von Kodo Sawaki übersetzt, selber mehrere Zen-Bücher geschrieben und es gibt einen Dokumentarfilm („Zen for Nothing„) über ihn und die Praxis im Zentempel Antaiji. Muhō ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mittlerweile mit seiner Familie in Osaka, Japan.

Der Vortrag von Muho findet von 19-21 Uhr im Zentrum Karl der Grosse neben dem Grossmünster in der Altstadt von Zürich statt.

Eintritt: CHF 20.- / 15.- (AHV/ Legi).

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Die Abendkasse ist ab 17 Uhr geöffnet.

Veranstaltungsort: Karl der Grosse, Kirchgasse 14, 8001 Zürich

Öffnugszeiten über den Sommer

Das Mushin Dojo bleibt vom Montag, 25.7. bis Sonntag, 14. 8. geschlossen.

Das letzte Zazen vor der Sommerpause ist am Freitag, 22. Juli, das erste nachher am Donnerstag, 18. August.

Die Einführung im August entfällt.

Gute Praxis, schöne Ferien und bleibt gesund.

Bild: Kawase Hasui (Japan, 1883-1957), Pine Beach at Miho

Samstag, 25. Juni: Zazenmatinee mit der Zennonne Madeleine Ehrhard

Kodo Sawaki Roshi

Die Zazenhaltung erforschen, verstehen und vertiefen.
Fragen zur Haltung und vorbereitende Übungen.

Madeleine Ehrhard praktiziert seit 1983 und hat die Nonnen-Ordination von Zen-Meister Stéphane Kosen Thibaut, einem nahen Schüler von Meister Deshimaru, erhalten. Sie ist Mitverantwortliche des Mushin Zen Dojo Zürich.

  • Ort: Mushin Zen Dojo, Bremgartnerstrasse 18 (Innenhof) 8003 Zürich
  • Datum: Samstag, 25. Juni 2022
  • Ankunft: ab 8.00 Uhr
  • Erstes Zazen: 8.30 Uhr
  • Ende: ca. 12.30 Uhr (anschliessend Snack)
  • Kosten: CHF 30.- (inkl. Verpflegung)
  • Anmeldung: info@zen-zurich.ch, www.zen-zurich.ch
  • Mitnehmen: Zenkleider oder dunkle, bequeme Kleidung, Ess-Schale, Zafu

Anfänger willkommen (bitte bei der Anmeldung angeben)

Das war ZEN in Hemberg 2022

Zum dritten Mal fand vom vom 13.-15. Mai das Sesshin in Hemberg bei bestem Wetter und mitten in der Natur statt. Geleitet wurde das Sesshin dieses Jahr von Zenmönch Philipp Funk.

Auch nächstes Jahr findet das Sesshin in Hemberg wieder statt, und zwar vom 12.-14. Mai 2023. Wir freuen uns schon jetzt!

Zum Todestag von Missen Michel Bovay

Heute 22. April 2022 ist es 13 Jahre her seit dem Tod des Zenmeisters Missen Michel Bovay, der 2009 nach kurzer, schwerer Krankheit ins Nirvana eingegangen ist.

Das letzte Gedicht, das er kommentierte, trägt den Titel „Gantan, „der Neujahrstag“ von Meister Yoka Daichi, der von 1290-1366 lebte. Michel Bovay kommentierte das Gedicht am Urnäsch-Sesshin Ende Februar 2007, welches gleichzeitig das letzte Mal war, dass er mit seiner Sangha praktizierte. Danach litt er unter starken Rückenschmerzen bis er kurz darauf ins Spital eingeliefert wurde, wo die Diagnose Knochenkrebs gestellt wurde. Am 22. April 2009 um ca. 22.30 Uhr verliess Missen Michel Bovay diese Welt.

Sanpai

Hier das Kusen von Michel Bovay:

Meister Daichi hat ein Gedicht mit dem Titel Gantan, der Neujahrstag geschrieben. Gan bedeutet die Quelle oder der Anfang, der Ursprung. Tan ist der Morgen, der Sonnenaufgang. Es bedeutet, zur Quelle, zum Ursprung zurückkommen. Dies sollte man eigentlich nicht nur am Neujahrstag tun, sondern jedes Mal, wenn wir uns hinsetzen, immer wieder zum Nullpunkt zurückkommen, alles loslassen, alles aufgeben, alles vergessen. Und von da aus wieder neue Energie entstehen lassen, einen klaren Geist, eine klare Sicht. Wie der Sonnenaufgang, frische Weisheit, die aus der Quelle hervorsprudelt. Wenn man so praktiziert, ist jeder Tag ein Neujahrstag, jeder Tag ein guter Tag. Immer wieder zur Quelle zurückkommen und von da aus einen frischen Geist entstehen lassen. Den Buddhageist sich verwirklichen lassen.

Das Gedicht Gantan von Meister Daichi lautet:

Der Buddha-Dharma des neuen Jahres, was ist das?
Erklärt es nicht den Andern, indem ihr den Mund öffnet.
Er offenbart die wirkliche Natur des Kaisers des Frühlings.
Der Frühlingswind weht und die Blüten des alten Pflaumenbaums öffnen sich.

Im Zazen ist es wichtig zur Quelle, zum Anfang, zu unserem ursprünglichen Geist zurückzukommen. Sich am Morgen hinsetzen und von dieser Quelle aus die Weisheit für einen neuen Tag entstehen zu lassen. Konkret bedeutet das, sich hinzusetzen, alles vorbeiziehen zu lassen, vom Phänomen shiki zur Leerheit, ku zurückzukehren. Aufhören, sich zu bewegen, etwas zu tun. Sich durch das kosmische Leben leben zu lassen. Die Weisheit die aus ku, der Leerheit kommt hervorkommen lassen, wie die Sonne, die aufgeht. Von ku aus entsteht ein neues shiki, ein neues Phänomen, eine neue Form. Was ist genau diese Weisheit? Das ist, was Meister Daichi in seinem Gedicht erklärt.

Ganzes Kusen von Michel Bovay über das Gedicht Gan Tan lesen

Zenmeister Missen Michel Bovay am Zen-Sommerlager in den Bergen bei Davos-Laret (2006)

„Meditation wozu?“ – Interview in der Studierendenzeitung ZS

Im Artikel „Meditation als Mittel zu welchem Zweck?“ in der Studierendenzeitung ZS der Universität Zürich geben unter anderem die drei Verantwortlichen des Zen Dojo Zürich Auskunft, warum sie meditieren und was für einen Zweck die Zen-Meditation verfolgt.

Dies schon vorweg: Die Zen-Meditation ist kein Mittel zum Zweck – der Erweckung, der Entspannung oder der Selbstoptimierung – sondern die Zen-Praxis selbst ist bereits dies alles, die Praxis selbst ist Erweckung. Mushotoku, ohne Ziel, ohne Absicht, einfach nur sitzen in Zazen.

Den ganzen Artikel im ZS lesen

Illustration: ZS – Zürcher Studierendenzeitung

Samstag, 2. April 2022: Matinee «Zen&Yoga»

Für das Jubiläumsjahr gibt es im Mushin Dojo drei Zazen-Matinees zu jeweils unterschiedlichen Themen. Den Auftakt macht «Zen&Yoga», geleitet vom Zenmönch Philipp Funk und der Yogalehrerin Denise Guldimann.

Ankuft ist ab 8 Uhr, das erste Zazen ist um 8.30 Uhr. Die Matinee endet ca. 13 Uhr mit anschliessendem Tee und Snack. Anmeldung: info@zen-zurich.ch.

Zen-/Yogaanfänger willkommen (bitte bei der Anmeldung angeben). Personen, die noch nie Zazen gemacht haben, können die reguläre Einführung mit anschliessendem Zazen am Freitag Abend, 1. April, 18.15-19 Uhr (Einführung)/ 19-ca. 20.30 Uhr (Zazen) nutzen.

  • Philipp Funk ist Zenmönch und praktiziert seit 1996 Zen in der Linie von Meister Taisen Deshimaru. Er ist Mitverantwortlicher des Mushin Zen Dojo Zürich.
  • Denise Guldimann ist diplomierte Yogalehrerin SYV/EYU und unterrichtet seit 2011 Yoga im Raum für Yoga und an anderen Orten.

  • Kosten: CHF 30.- (inkl. Reissuppe und Snack)
  • Mitnehmen: Zen-/Yogakleider (dunkle, bequeme Kleidung), Essschale/ Löffel (für die Reissuppe)
  • Achtung: Die Platzzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
  • Flyer